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Gedanken zum
Arbeitsmarkt für hörgeschädigte Absolventen
von Reiner Schwarzbach
anlässlich des Studien- und Berufsinformationstages der best für
Hörgeschädigte im Februar 2004
Da ich mir denke, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Studien- und Berufsinformationstages
von mir Orientierung erwarten, was beruflich geht und was nicht, habe ich hier
eine Übersicht zu den Vermittlungen von Personen, die entweder gehörlos,
taub oder hörbehindert/schwerhörig sind, zusammengestellt. Der Schweregrad
der Behinderung lässt sich über den Grad der Behinderung abschätzen:
Beruf |
Grad
der Behinderung |
Arzt im Praktikum |
60 |
Apotheker |
70 |
Arzt |
90 |
Biologe |
50 |
Landschaftsarchitekt |
70 |
Landschaftsplaner |
100 |
Dipl.-Ing. MB |
70 |
Dipl.-Ing. MB |
100 |
Dipl.-Ing. MB |
100 |
Dipl.-Ing. Medizintechnik |
90 |
Dipl.-Mineraloge |
100 |
Dipl.-Pädagoge |
50 |
Dipl.-Physiker |
80 |
Dipl.-Politologe |
100 |
Dipl.-Sozialpädagoge |
100 |
Germanist |
100 |
Gymnasiallehrer |
50 |
Gymnasiallehrer |
50 |
Jurist |
60 |
Jurist |
80 |
Jurist |
100 |
Zahnarzt |
100 |
In der Tabelle habe ich u.a. aus Datenschutzgründen die männliche
Form gewählt. Es waren etwa gleich viele Frauen wie Männer.
Es wäre falsch, die Berufswahlentscheidung von der heutigen Arbeitsmarktsituation
abhängig zu machen. Der Arbeitsmarkt ist sehr dynamischen Entwicklungen
unterworfen. Deshalb sind Prognosen ja so schwierig. Die Wahl des Studienfachs
muss also wohl annähernd gleichwertig auch Neigungen und Fähigkeiten
einbeziehen. Wir haben ja auch erlebt, dass sich gehörlose Menschen den
Weg durch das Studium und in den Beruf erkämpfen konnten, obwohl das vor
15 Jahren noch als utopische Perspektive galt. Oder hätte einer von uns
vor 15 Jahren geglaubt, dass man als gehörlose Person Arzt oder Jurist
werden kann?
Reiner Schwarzbach
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
Die Arbeitsweise der ZAV stellt Herr Schwarzbach in zwei weiteren Aufsätzen
dar:
Und
was kommt nach dem Studium?
(1995)
Aktive
Stellenakqisition (2003)
Vermittlung schwerbehinderter Akademiker bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
(ZAV) gefährdet!
Behindertenverbände protestierten am 14.12.2006 in der Zentrale der Bundesagentur
für Arbeit in Nürnberg gegen Pläne, den Bereich der „Vermittlung
schwerbehinderter Akademiker“ bei der ZAV zu reduzieren oder ganz zu streichen.
Dies ist nach Ansicht des Aktionsbündnisses Deutscher Behindertenverbände
(Deutscher
Behindertenrat) eine eklatante Fehlentscheidung. Die ZAV hat in den letzten
Jahren behinderte Akademiker mit großem Erfolg vermittelt. So wurden im
Jahr 2005 mehr als 200 Stellensuchende mit verschiedenen Behinderungen nachhaltig
auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Dieser Personenkreis, zu dem auch hörgeschädigte
Absolventen gehören, ist auf eine bundesweite Vermittlung angewiesen. Andreas
Kammerbauer (Bundesvorstand der BHSA): "Die zentrale Vermittlungsstelle
muss mit ihren finanziellen Möglichkeiten langfristig erhalten bleiben
und gestärkt werden".

Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Hörgeschädigter Studenten
und Absolventen (BHSA) am 14.12.2006 vor der Bundesanstalt in Nürnberg:
Dr. Michael Nicolaus (Mitte) und Andreas Kammerbauer (mit Hut).
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