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Nachfolgendes Dokument ist zugeordnet der Rubrik Pädagogik

Tipps für die SchuleHinweise für SchülerWer schlecht hört,
- will mehr sehen.
- ist besonders lärmempfindlich.
- muss öfters nachfragen.
Ein hörgeschädigter Schüler unterhält sich mit dir gerne,
- wenn dein Gesicht beim Sprechen gut sichtbar ist.
- wenn du deutlich und laut sprichst, aber nicht schreist.
- wenn du bereitwillig etwas wiederholst, ohne gleich sauer zu sein.
Ein Gespräch in einer Gruppe kann nur gelingen, wenn ihr nicht
durcheinander, sondern nacheinander sprecht.
Hinweise zur Unterrichtsmethodik für Lehrer, die hörgeschädigte
Schüler unterrichten
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Vergegenwärtigen Sie sich bitte, dass sich die Klasse in der
Kommunikation mit dem schwerhörigen Mitschüler am Verhalten des
Lehrers orientiert.
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Setzen Sie ein klares Zeichen für den Beginn der Unterrichtsstunde.
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Schreiben Sie das Thema der Stunde an die Tafel und machen Sie die
Stundengliederung möglichst transparent.
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Bieten Sie bewusst Wiederholungen und Teilzusammenfassungen an oder
fordern Sie Schüler dazu auf.
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Kündigen Sie Themenwechsel immer an.
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Planen Sie häufige Methodenwechsel und bewusste Hörpausen ein (nicht
nur in der Unterstufe).
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Diktieren Sie bitte nicht, sondern bieten Sie alle Hefteinträge in
schriftlicher Form (Tafel, Folie, Kopie) an.
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Geben Sie Begriffserklärungen bitte immer schriftlich (Nomen mit
Genusangabe).
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Sprechen Sie während eines Tafelanschriebs nicht zur Klasse.
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Denken Sie bitte daran, langsam, deutlich, normal laut und nicht in
Dialekt zu sprechen.
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Suchen Sie während der Stunde immer wieder den Blickkontakt zu dem
hörgeschädigten Schüler.
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Achten Sie auf eine gute Gesprächsdisziplin in der Klasse.
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Geben Sie Ihre Planungen zu einer Stundensequenz vorher bekannt und
bieten Sie dem schwerhörigen Schüler bei komplexen Themen oder bei
Unterrichtsfilmen u.ä. Material zur gezielten Vorbereitung an.
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Vergessen Sie bitte nicht, die Hausaufgaben immer schriftlich zu
stellen.
(Modifiziert übernommen aus: “Unterricht in Klassen mit hörgeschädigten und
hörenden Schülerinnen und Schülern”)
Leserkommentare
E. Fischer schrieb am 18. Juli 2003
"Klingt gut!!! Viele dieser Maßnahmen würden sich auch für
guthörende Schüler positiv auswirken.
Wenn man einem "Normal-Lehrer", der oft schon vor der Tatsache,
einen behinderten Schüler zu unterrichten, Angst hat, diese Liste vorlegte,
gibt er auf, ohne überhaupt den Versuch zu wagen.
Derartiges Eingehen auf den Hörgeschägigten ist in der Realität
nicht zu erwarten, geschweige denn zu erreichen.
Dabei will ich einzelnen Lehrern den guten Willen nicht absprechen, aber bei
28-32 Schülern in einer Klasse geht 1 Hörgeschädigter unter.
Spätestens in der Sekundarstufe herrscht dann das Prinzip "friss
Vogel oder stirb".
Glück hat man, wenn die durch die Hörschädigung bedingte schwache
(vielleicht sogar nicht vorhandene) mündliche Beteiligung nicht mit einem
"Mangelhaft" belohnt wird oder wenn in Arbeiten wirklich nur der
schriftlich fixierte Stoff abgefragt wird.
Problematisch ist bisweilen auch das Verhältnis zu den Mitschülern,
denen nur sehr schwer zu vermitteln ist, dass gewisse Maßnahmen nichts
mit Bevorzugung zu tun haben.
Das schlimme ist, dass man als Eltern auch irgendwann "das Handtuch
wirft", denn die Aufnahme eines Behinderten in der Regelschule ist ja
eine Kann-Regelung, d.h. man ist leider immer in der schwächeren Position."
Beate Sieler schrieb am 22.09.2003 zum Artikel 'tipps_schule':
"Die Maßnahmen-Liste klingt tasächlich gut, aber der Leserkommentar
von E. Fischer vom 18.Juli 03 dazu hat Recht. Auf dem Papier ist das Eine
und die Realität ist das Andere. Aber das Handtuch geworfen haben mein
Mann und ich nicht, zum Glück. Auch wenn uns sehr, sehr oft so zumute
war. Als schwerbehindertes Kind und Eltern ist man allein auf weiter Flur."
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