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Beobachtungen aus Lehrer- und Schülersicht
zum probeweisen Einsatz der Soundfield-Anlage

Ich bin Klassleiterin und Deutschlehrerin in einer 5. Klasse mit zwei stark hörbehinderten Schülern und einer leichter hörbehinderten Schülerin einem Gymnasium im Raum München. Alle im Weiteren gemachten Aussagen treffe ich in Absprache mit meinen Kollegen, die e-benfalls in dieser Klasse unterrichten und ebenfalls an dem Testversuch beteiligt waren.

Die einwöchige Testphase erbrachte deutlich positive Veränderungen für die hörgeschädigten Schüler, für die nicht behinderten Schüler und für die Lehrkräfte:

Ohne belastende Begleiterscheinungen durch technische Umstände wurde die Verständlichkeit der Lehreraussagen für die hinteren Reihen im Klassenzimmer spürbar verbessert. Der Lehrer konnte mit deutlich weniger physischer und psychischer Anstrengung alle Schüler in der Klasse mit seinen Informationen gut erreichen.

Durch die deutlichere Vernehmbarkeit verstärkten sich Ruhe und Aufmerksamkeit bei den Schülern. Das führte zu einer zuverlässigeren und vollständigeren Erfassung des Unterrichts-stoffes und auch der Hausaufgabenstellung.

Das tragbare Mikrophon, das für eine zusätzliche Hörbarmachung der Schülerbeitrage sorgt, die sonst für die Hörgeschädigten gar nicht oder nur schwer wahrnehmbar sind, wurde nicht immer eingesetzt, sondern nur dann, wenn die Schüler längere und für den Inhalt des Unter-richts wesentliche Beiträge lieferten. Dabei erwies es sich am praktikabelsten, wenn der Leh-rer selbst und nicht ein Mitschüler das Mikrophon jeweils zu dem Schüler brachte, der den nächsten Beitrag lieferte. Der Unterrichtsablauf wurde dadurch nicht gestört. Im Gegenteil, die Schüler begriffen die Zwischenphasen beim Wechseln des Mikrophons von einem zum andern Schüler als Vorbereitungsphase auf die nächste Äußerung beziehungsweise als Möglichkeit, das eben Gehörte zu verarbeiten. Die redewilligen Schüler nutzen die Phasen des Mikrophon-transports für einen durchdachten Redebeitrag. Die Mitteilung über Mikrophon führte zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Spannung im positiven Sinne.

Bild: Lehrerin reicht Handmikrophon durch die Klasse

Abb.3
Das Handmikrophon wird hier von der Lehrerin weitergereicht. Der Lautsprecher von Frontrow ToGo ist links zu sehen.

Der Unterricht wurde entsprechend für bestimmte Stunden auf solche Strukturen hin geplant. Dabei war festzustellen, dass die Schüler dann ihre Beiträge gut überlegten, sowohl was den Inhalt, als auch, was die Formulierungen betraf. Sie empfanden es als zusätzliche Motivation, über Mikrophon zu sprechen. Und den hörgeschädigten Schüler eröffnete sich ein bisher
verschlossener Bereich: der Unterricht wurde für sie um die kommunikativen Aktivitäten ihrer Mitschüler erweitert. Sie waren sehr erfreut über diese Verbreiterung ihres Kommunikations-feldes. Und sie wurden dadurch in den Stand gesetzt, sich zu allen Mitschülern im Unterricht kommunikativ zu verhalten, wie das ja für nicht hörgeschädigte Schüler selbstverständlich ist. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Effizienz des Unterrichts für diese Schüler, sondern es ist ein entscheidender Beitrag für ihre selbständige und freie Existenz inmitten der Klassengemeinschaft.

Anna Spirk, im Dezember 2007




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