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Herr Kaiser referierte am best-Infotag 2008 über die Erfahrungen,
die das Bildungsinstitut Salo
und Partner in München in der Unterstützung hörgeschädigter
Bewerber auf dem Arbeitsmarkt macht. Hier eine Zusammenfassung seiner Tipps:
Tipps für hörgeschädigte Schulabsolventen für die schriftliche
Bewerbung
Allgemein:
1. Die Hörbehinderung sollten Sie im Anschreiben erwähnen, wenn sie
Auswirkungen auf den täglichen Arbeitsalltag hat, also wenn gewisse Einschränkungen
mit der Hörbehinderung verbunden sind.
2. Die Art und Schwere der Behinderung gehört eigentlich nicht in den
Lebenslauf, nur in Sonderfällen kann sie auch dort dargestellt werden.
3. Die Hörbehinderung sollten Sie klar und ehrlich, aber auf keinen Fall
negativ beschreiben. Sie brauchen sich für Ihre Behinderung nicht entschuldigen,
sondern sollen dem Leser nur die Auswirkungen und den richtigen Umgang erklären.
Sie sollten auf folgende Fragen eingehen:
Wie ausgeprägt ist die Hörbehinderung bei Ihnen? - Leicht, mittelgradig, hochgradig schwerhörig, gehörlos, CI
Wie sieht die Kommunikation mit Ihnen im Alltag aus? - Hörgeräte
vorhanden, Telefonieren möglich, Lippen absehen sehr gut oder gut möglich,
können Sie selbst sehr gut, gut, verständlich sprechen...
Wie gehen Sie auf Ihre Gesprächspartner zu? - Gibt es andere Kommunikationsmittel?
E-Mail, Fax, SMS, …
Bei sehr großen Firmen, bei Behörden, bei staatlichen Institutionen
und bei Firmen, die eine Schwerbehindertenvertretung haben:
Zusätzlich zu den oben genannten Ausführungen ist es bei diesen Firmen
hilfreich, im Anschreiben und im Lebenslauf zu erwähnen, dass Sie schwerbehindert
sind und welchen Grad der Behinderung Sie haben. Diese Informationen sind wichtig,
damit die Bewerbung an die Schwerbehindertenvertretung weitergeben wird. Wollen
Sie sicher gehen, dass die Schwerbehindertenvertretung auf jeden Fall über
den Eingang der Bewerbung informiert wird, können Sie zusätzlich an
die Schwerbehindertenvertretung eine E-Mail schicken. In dieser E-Mail können
Sie dann auf die Bewerbung verweisen und bitten, dass sie geprüft wird.
In die Bewerbungsmappe können Sie zusätzlich ganz hinten eine Kopie
des Schwerbehindertenausweises einlegen.
Tipps für hörgeschädigte Schulabsolventen bei Vorstellungsgesprächen
In Vorstellungsgesprächen wird auf jeden Fall auf die Hörbehinderung
eingegangen. Deshalb sollten Sie sich auf das Thema gut vorbereiten und sich
ein paar Antworten überlegen. Mögliche Fragen könnten sein:
„Ich hatte bisher noch nie mit gehörlosen Menschen zu tun. Wie geht
das so mit der Verständigung?“
„Was muss ich bei einem Gespräch mit Ihnen beachten?“
„Können Sie von meinen Lippen ablesen?“
„Verstehen Sie mich auch ohne Dolmetscher?“
„Gibt es Probleme mit der Arbeitssicherheit? Was machen Sie, wenn von
hinten ein Gabelstapler angefahren kommt? Den hören Sie ja gar nicht.“
Sie müssen grundsätzlich davon ausgehen, dass die Gesprächspartner
in den Vorstellungsgesprächen noch nie mit gehörlosen Personen zu
tun hatten. Die Firma ist einerseits neugierig und möchte mehr über
diese Behinderung wissen, andererseits gibt es verschiedene Vorurteile, die
Sie beseitigen müssen. Bitte überlegen Sie sich zu den oben genannten
Fragen die für Sie passenden Antworten und fragen Sie bei Unsicherheiten
Ihre Lehrer oder Eltern um Rat. Je selbstbewusster und informierter Sie beim
Vorstellungsgespräch auftreten, desto besser können Sie den Arbeitgeber
überzeugen und ihm die Hemmungen vor der Hörbehinderung nehmen.
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