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Nachteilsausgleich bei Prüfungen
warum eigentlich?
Bei jeder Prüfung werden die Leistungen der Teilnehmer miteinander verglichen.
Damit das Ergebnis dieses Vergleichs einigermaßen gerecht ausfällt,
ist es notwendig, dass die Teilnehmer mit den gleichen Voraussetzungen ins Rennen
gehen. Die Absurdität eines Ausleseverfahrens, das diesen Grundsatz ignoriert,
bringt die Karikatur von Hans Traxler auf den Punkt. In seiner Tierschule werden
die verschiedenen Vertreter von Tiergattungen an einer für alle gleich
lautenden Aufgabe gemessen: sie sollen auf einen Baum klettern. Die offensichtliche
Benachteiligung eines Hündchens oder gar des Goldfischs in der Wasserschale
muss man nicht weiter erklären:

Nicht nur in der Tierschule muss darauf geachtet werden, dass kein Teilnehmer
gegenüber anderen benachteiligt wird. Es lohnt sich, die Prüfungsbedingungen
auch in dem uns bekannten Schulsystem genau anzusehen, denn die Verletzung der
Chancengleichheit ist hier weniger augenfällig.
Hörgeschädigte zum Beispiel können bei manchen Prüfungen
benachteiligt sein. Wenn die Prüfung etwa in einem mündlich geführten
Gespräch, vielleicht sogar mit mehreren Teilnehmern, durchgeführt
wird, kann dies eine Benachteiligung darstellen. Wie sich ein Hörverständnistest,
an vielen Schularten im Fach Englisch Standard, für einen Zuhörer
mit Schwerhörigkeit anhört, können Sie an folgendem Hörbeispiel
nachvollziehen. Es simuliert die auditive Perzeption bei Vorliegen einer mit
Hörgeräten versorgten Hochtonschwerhörigkeit ab 2000 Hz.
finding a
consensus - [aus der CD „Exam Trainer“ des Cornelsen-Verlags,
bearbeitet]
Aber auch bei schriftlichen Prüfungen kann sich für eine Person mit
Hörschädigung eine Benachteiligung ergeben.
Letzteres mag auf den ersten Blick paradox klingen, weil in einer schriftlichen
Prüfungssituation das verstehende Ohr ja gar nicht benötigt wird,
sondern nur das lesende Auge. Dazu muss man aber wissen, dass beides - das Verständnis
über das Ohr und das Lesen - eng miteinander verbunden ist.
Dazu ein Vergleich aus der Welt der Computer. Vielleicht kennen Sie sogenannte
„Spracherkennungssoftware“, mit der man ins PC-Mikrofon diktiert,
anstatt Text über die Tastatur einzutippen. Diese Software "lernt"
die Aussprache des Bedieners und seinen Wortschatz, während er mit ihr
arbeitet. Nach einer Trainingsphase kann die Software erkennen, was der Sprecher
eingibt und sie ergänzt dieses „Wissen“ laufend. Wenn allerdings
die Aufnahmequalität nicht optimal ist, wird es auch das beste Programm
nicht schaffen, die diktierten Wörter in annehmbarer Zeit richtig am Bildschirm
darzustellen.
So ähnlich kann man sich auch den Spracherwerb bei einem Kind vorstellen
und die Schwierigkeiten, die sich dabei bei Vorliegen einer Hörschädigung
ergeben. Die unscharfe akustische Wahrnehmung kann zu einem mehr oder weniger
großen Rückstand in der Sprachentwicklung führen. Wenn das der
Fall ist, dann betrifft dieser Rückstand aber auch alle anderen Bereiche,
die mit Sprache zu tun haben. So auch das Leseverständnis.
Wenn also eine Hörschädigung die Sprachentwicklung erschwert, dann
ist es ein Gebot der Fairness in der Schule zu versuchen, diesen Nachteil so
gut es geht auszugleichen.
Zu den Regelungen an den Schulen.
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zum Thema)
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